• Das Absetzen der Aluminiumpaste bzw. eine partielle Phasentrennung stellt kein Qualitätsproblem dar, sondern kann zwei Ursachen haben: ein echtes Absetzen der Aluminiumteilchen oder die Kondensation des Lösemittels (oder eine Kombination aus beidem).

      Die Absorption des Lösemittels durch das Pigment ist direkt abhängig von dessen Oberfläche. Sowohl die Größe als auch die Beschaffenheit spielen hierbei eine Rolle. Grobe Pigmente besitzen eine geringere Oberfläche als feine Pigmente. Silberdollar-Pigmente haben zudem eine kleinere und gleichmäßigere Oberfläche als Cornflakes gleicher Feinheit. Daher weisen grobe Silberdollar-Pigmente die höchste Absetzneigung auf.

      Große Temperaturschwankungen während Lagerung und/oder Transport – tagsüber sehr heiß, nachts kalt – führen dazu, dass das Lösemittel verdampft, am Deckel kondensiert und anschließend wieder auf die Paste zurücktropft. Dabei können sich kleine „Seen“ auf der Oberfläche bilden. Während des Transports kommt es zusätzlich – abhängig vom Straßenzustand – zu mehr oder weniger starken Vibrationen, die eine Verdichtung der Paste im Gebinde sowie eine Einebnung der Oberfläche verursachen können. Die Kombination aus Kondensation und Vibration kann dazu führen, dass sich auf der Oberfläche eine Lösemittelschicht bildet, die ein Absetzen vortäuscht.

      Durch die Verwendung von Plastikinlinern wird dieser Effekt noch verstärkt. Die Paste „schwitzt“ stärker, und das verdampfte Lösemittel kann nicht in die Paste zurückkehren, sondern verbleibt außerhalb des Inliners. Dadurch kann es tatsächlich zu einer Fest-Flüssig-Trennung kommen. Wird der komplette Trommelinhalt verwendet, sind keine Qualitätseinbußen zu erwarten. Sollte nicht der gesamte Trommelinhalt auf einmal benötigt werden, empfiehlt sich eine kundenindividuelle Lösung. In diesem Fall wenden Sie sich bitte an unseren Technischen Service.

    • Goldbronzepigmente bestehen aus Kupfer bzw. Kupfer-Zink-Legierungen (Messing). Sind in den verwendeten Bindemitteln oder Additiven Säuregruppen enthalten, können Kupferionen ausgewaschen werden, die den beschriebenen Gelierungseffekt verursachen. Dieser Effekt lässt sich durch den Einsatz von Lackkomponenten mit sehr niedrigen Säurezahlen vermeiden (Richtwert: Säurezahl < 10 mg KOH/g). Deutlich stabiler gegenüber Gelierungseffekten sind gekapselte Goldbronzepigmente, die unter dem Namen STANDART® Goldbronzepulver RESIST vertrieben werden.
    • Goldbronzepigmente sind sehr temperaturempfindlich. Bereits ab etwa 80 °C kann sich der Farbton verändern. Herkömmliche Goldbronzepigmente lassen sich daher nur in lufttrocknenden Lacken einsetzen. Auch die Applikation sollte keinen erhöhten Temperaturen ausgesetzt werden (z. B. bei dekorativen Effekten). Eine deutliche Verbesserung der Farbtonbeständigkeit wird durch eingekapselte Goldbronzepigmente erreicht, die unter dem Namen STANDART® Goldbronzepulver RESIST angeboten werden.
    • Es gibt drei mögliche Ursachen für die Gasentwicklung in wässrigen Metallic-Lacken:

      1. Bei der Einarbeitung der Aluminiumpigmente wurden zu hohe Scherkräfte angewendet, wodurch das Pigment beschädigt wurde. Dadurch liegen freie Aluminiumoberflächen vor, die die Gasentwicklung begünstigen. Übliche Einarbeitungsbedingungen sind die Herstellung eines Pigment-Slurrys aus Aluminiumpigment, geeignetem Lösemittel und ggf. einem Dispergieradditiv. Diese Komponenten werden bei Schergeschwindigkeiten von 500–1000 U/min ca. 20 Minuten vorsichtig gerührt. Eine anschließende Lagerung bei Raumtemperatur kann ebenfalls hilfreich sein.

      2. Da Aluminium ein amphoteres Metall ist und sowohl im sauren als auch im basischen Bereich reagiert, sollte der pH-Wert des Lacks möglichst im Bereich von 7–8 liegen. Als Neutralisierungsmittel haben sich DMEA, TEA oder AMP von Angus Chemicals bewährt.

      3. Trotz aller Maßnahmen kann es vorkommen, dass die Stabilisierung des Aluminiums durch die verwendeten Lackkomponenten nicht ausreicht. In diesem Fall sollte auf höher stabilisierte Aluminiumpigmente zurückgegriffen werden, z. B. chromgekapselte Qualitäten (STAPA® HYDROLUX) oder chromfreie Einkapselungen in Form von Silikatbeschichtungen mit anschließender Additivnachbehandlung (STAPA® HYDROLAN).

    • Bei der Einarbeitung von Aluminiumpigmenten in wässrige Lacksysteme werden aufgrund der schlechten Benetzungseigenschaften von Wasser häufig Netzmittel eingesetzt. Diese können die Schwitzwasserbeständigkeit in unterschiedlichem Ausmaß verschlechtern. Der Austausch bestimmter Tenside kann hier eine deutliche Verbesserung bewirken.

      Zusätzlich werden bei einigen stabilisierten Aluminiumpigmenten Additive eingesetzt, um die Gasentwicklung zu unterdrücken. Diese können ebenfalls die Schwitzwasserbeständigkeit reduzieren. In solchen Fällen empfiehlt sich der Einsatz eingekapselter Aluminiumpigmente (STAPA® HYDROLAN) oder mit Additiven stabilisierter Aluminiumpigmente.

    • Aluminiumpigmente sollten idealerweise im verschlossenen Originalgebinde bei Raumtemperatur gelagert werden. Bei Aluminiumpasten kann es zur Verdunstung des Lösemittels kommen, was zu einer veränderten Effektausbildung oder zur Agglomeration der Flakes führt. Die optimalen Lagerbedingungen liegen bei 25 °C im Originalgebinde.

      Nach dem Öffnen sollten die Gebinde nach jeder Entnahme sorgfältig wieder verschlossen werden. Zudem hat es sich als günstig erwiesen, Produktionsansätze so zu planen, dass ein Gebinde möglichst vollständig verbraucht wird. Bei Gebinden mit Restbeständen wird vermehrt Agglomeration bzw. Lösemittelverdunstung beobachtet.

    • Produkt / Produktgruppe – Mindesthaltbarkeit

      • STAPA® Aluminiumpaste leafing – 24 Monate  (Stapa 2 und 5)
      • STAPA® Aluminiumpaste non-leafing – 24 Monate (Stapa 2nl und 4 nl)
      • STAPA® Metallic (MOBILUX, METALLUX) – 12 - 24 Monate
      • STAPA® HYDROXAL® E – 12 Monate
      • STAPA® IL HYDROLAN® – 24 Monate
    • Bei Leafing-Aluminiumpigmenten sollten grundsätzlich unpolare Lösungsmittel und Bindemittel eingesetzt werden (z. B. Testbenzin, Solventnaphtha, Toluol, Xylol oder Kohlenwasserstoffharze). Alle verwendeten Bindemittel sollten eine möglichst niedrige Säurezahl aufweisen (Richtwert: < 10 mg KOH/g) und keine funktionellen Gruppen enthalten. Feuchtigkeit in Gebinden oder Lösungsmitteln ist unbedingt zu vermeiden, insbesondere während der Produktion.
    • Bei nicht optimaler Lagerung oder bei Temperaturschwankungen während des Transports kann es dazu kommen, dass sich Schmiermittel aus dem Herstellungsprozess an der Pastenoberfläche sammeln und bei niedrigeren Temperaturen kristallisieren. In diesem Fall sollte das gesamte Gebinde verarbeitet werden.
    • Als Richtwert kann eine Pigmentierung von etwa 5–15 % Aluminium (fest, bezogen auf die Gesamtformulierung) angegeben werden. Die genaue Pigmentierung hängt von der Teilchengrößenverteilung des Produkts, den Lackparametern sowie dem gewünschten Effekt ab. Je gröber das Produkt, desto höher muss pigmentiert werden, um bei gleicher Schichtstärke eine ausreichende Deckung zu erzielen.
    • Ja, allerdings müssen hierfür speziell stabilisierte Produkte wie STAPA® HYDROXAL® E verwendet werden. Andernfalls reagiert Aluminium mit Wasser unter Bildung von Wasserstoff nach folgender Reaktionsgleichung:

      2 Al + 6 H₂O → 2 Al(OH)₃ + 3 H₂

      Diese Reaktion führt zu Druckaufbau im Gebinde sowie zu einem Verlust bzw. einer Verschlechterung der optischen Eigenschaften.

    • In beiden Fällen empfiehlt es sich, die Pigmente zunächst in einem geeigneten Lösemittel vorzudisponieren.
      Für Pasten wird ein Gewichtsverhältnis von 1:1(Paste : Lösemittel) empfohlen, für Pulver etwa 1:2 (Pulver : Lösemittel).

      Zusätzlich ist zu beachten, dass Aluminiumpasten und -pulver eine begrenzte Haltbarkeit besitzen. Wurde das Haltbarkeitsdatum deutlich überschritten oder das Gebinde unsachgemäß gelagert, kann es zu Agglomeratbildung kommen, die eine schlechte Dispergierbarkeit verursacht.

    • Dieses Erscheinungsbild kann zwei Ursachen haben:

      • Die Auswahl des Pigments ist für den gewünschten Effekt nicht geeignet, da die gewählte Type einen zu hohen Feinanteil aufweist.
      • Der Feinanteil ist durch zu hohe Scherkräfte während der Dispergierung entstanden (z. B. in der Perlmühle).

      Grundsätzlich sollte bei der Verarbeitung von Aluminiumpigmenten auf hohe Scherkräfte verzichtet werden.

    • Nein, viele Effektpigmente (z. B. Perlglanzpigmente) lassen sich nicht ohne Effektverlust direkt im Premix verarbeiten. Der Grund dafür ist ihre plättchenförmige Struktur: Durch die hohen Scherkräfte während der Extrusion können die Pigmente beschädigt werden, wodurch der optische Effekt verloren geht.
      Die staubfreie Aluminium‑Pelletserie Powdersafe ist jedoch für die direkte Extrusion geeignet.
    • Leafing‑ und Non‑Leafing‑Pigmente unterscheiden sich vor allem in ihrer Ausrichtung im Pulverlack, die den optischen Effekt maßgeblich bestimmt.
      Leafing‑Pigmente (z. B. Pigmente der STANDART® PC‑Serie) „schwimmen“ an die Oberfläche und bilden dort eine stark reflektierende Schicht.
      Non‑Leafing‑Pigmente (z. B. STANDART® PCR / PCS / PCU) verteilen sich gleichmäßig im Pulverlack und werden vollständig „eingebettet“.
    • In beiden Verfahren werden Effektpigmente (z. B. Metallic‑ und/oder Perlglanzpigmente) mit Pulverlack‑Basispulvern gemischt. Die Art der Einarbeitung hat jedoch einen entscheidenden Einfluss auf Qualität, Optik und Verarbeitbarkeit des Effektpulverlacks.
      Dry‑Blend‑Pulverlacke können eine schlechte Reproduzierbarkeit des Farbtons sowie eine wolkige oder ungleichmäßige Optik aufweisen.
      Beim Bonding‑Prozess haften die Pigmentpartikel fest an den Pulverlackpartikeln, sodass eine Entmischung nicht mehr möglich ist. Gebondete Effektpulverlacke bieten dadurch eine höhere Prozessstabilität, beispielsweise beim Recycling von Overspray.
    • Bei der Verwendung von Aluminiumpulver – sowohl in Pulverlacken als auch in anderen Anwendungen – sind wichtige Sicherheitsaspekte zu berücksichtigen. Entsprechende sicherheitsrelevante Informationen finden Sie auf unserer Website.
    • ECKART bietet mehrere Non‑Leafing‑Aluminiumpigmentserien an, die sich insbesondere in der Beschichtungstechnologie und damit in ihrer chemischen Beständigkeit unterscheiden.
      Je nach Anwendungsbereich (z. B. Outdoor, Möbel, Fassade) steht die passende Serie zur Verfügung:

      • Superior‑Pigmentkategorie: STANDART® PCU plus
      • Ultra‑High‑Performance‑Pigmentkategorie: STANDART® PCU
      • High‑Performance‑Pigmentkategorie: STANDART® PCS
      • Standard‑Pigmentkategorie: STANDART® PCR und STANDART® PCA
    • Ein echter Chromeffekt im Pulverlack ist nur eingeschränkt realisierbar. Ein perfekter, spiegelnder Chromglanz wie bei galvanisch verchromten Oberflächen lässt sich mit Pulverlack nicht vollständig erreichen.
      Ein chromähnlicher Metallic‑Look ist jedoch möglich, beispielsweise mit unserem STANDART® PC 200‑Pigment in Kombination mit dem Bonding‑Prozess.
    • Fehlstellen wie sogenannte Black Spots treten häufig erst dann sichtbar hervor, wenn Effektpigmente – insbesondere feine Aluminiumpigmente – in den Pulverlack eingemischt werden.
      Kleine Defekte wie winzige Einschlüsse, Gelpartikel oder Verunreinigungen, die in Uni‑Pulverlacken optisch nicht auffallen, werden durch Effektpigmente sichtbar. In diesen Bereichen können sich die Pigmente nicht korrekt orientieren, wodurch sie dunkler erscheinen.
    • Der Begriff „Goldbronze“ bezeichnet in der Regel Kupfer‑Zink‑Legierungen. Diese sind von Natur aus korrosionsanfällig, weshalb selbst siliziumdioxidbeschichtete Goldbronze‑Pigmente wie STANDART® RESIST nicht für die einschichtige Außenanwendung geeignet sind.
      Durch die Kombination wetterbeständiger SYMIC PCE‑Pigmente mit farbigen Pulverlacken lassen sich jedoch verschiedene Goldbronzefarbtöne, wie z. B. Reichgold oder Kupfer, für Außenanwendungen nachstellen.
    • Aluminiumpigmente sind scherempfindlich. Bei zu hohen Scherkräften, wie sie beispielsweise beim Bonding auftreten können, besteht die Gefahr, dass sowohl die Pigmente als auch ihre schützende Einkapselung (z. B. aus Siliziumdioxid) beschädigt werden.
      Für die Verarbeitung im Dry‑Blend‑Prozess wurde speziell STANDART® PCBF entwickelt. Diese Pigmentpräparation lässt sich einfach einarbeiten und bietet dank ihrer speziellen Beschichtungstechnologie die Vorteile eines gebondeten Pulverlacks.
    • Nein – Effektpigmente müssen nicht immer gebondet werden. Je nach Pigmenttyp, Pigmentanteil und Qualitätsanforderungen kann Bonding jedoch sehr sinnvoll oder sogar notwendig sein.
      Mit STANDART® PCBF bieten wir eine Pigmentpräparation an, mit der auch in der Trockenmischung Eigenschaften erzielt werden können, die denen von gebondeten Pulverlacken entsprechen.
    • Effektpigmente können in allen gängigen Pulverlacksystemen eingesetzt werden. Ihre Stabilität, Optik und Verarbeitung hängen jedoch stark vom jeweiligen System ab.
      Die Auswahl erfolgt nach den gleichen Prinzipien wie bei unifarbenen Pulverlacken.
    • Perlglanzpigmente besitzen selbst kaum Deckvermögen. Dieses muss durch das Basispulver selbst oder durch andere Effektpigmente gewährleistet werden.
      Metallpigmente sind deckend, jedoch kann es aufgrund der begrenzten Pigmentierungshöhe sinnvoll sein, mit deckenden Basispulvern zu arbeiten.
    • Die üblichen Pigmentierungshöhen liegen zwischen 0,1 % und 8 %. Sie sind abhängig vom gewünschten Effekt, dem eingesetzten Effektpigment und dem Basispulver.
    • Grundsätzlich können alle Effektpigmente miteinander kombiniert werden. Selbst eine Kombination von Leafing- und Non-Leafing-Pigmenten ist häufig sinnvoll.

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